Sonntag, 12. Januar 2014

Abschied von Berlinn


Berlinn und ihre Schwester Bona Dea

Am letzten Sonntag mussten wir uns von Berlinn aus der Grauzone verabschieden. Sie durfte im Kreise ihres Hunde- und Menschenrudels gehen.

Meine Liebe zu Berlinn begann erst etwas später in ihrem Leben. In ihren Teenie-Jahren musste sie sich deutlich mit Bona Dea über die Rangfolge auseinander setzen. Es war für mich nicht immer einfach zu akzeptieren, dass Berlinn einfach die Stärkere und Bessere war.

Dann allerdings kam eine Hundeolympiade, bei der Suse krank war und nicht mit Berlinn starten konnte. Also war ich an der Reihe. Wir beide hatten einen Mordsspaß. Und dieser riesige, gelbe Hund kletterte für mich durch einen Stofftunnel. Sie passte nicht wirklich durch und bewegte sich samt Tunnel, zum Ergötzen und unter dem Gelächter aller Anwesenden, über den Hundeplatz. Von Stund an war ich ein großer Berlinn-Fan.

Unvergessen ist ihr Einsatz an  meinem neuen Haus. Da sich noch nicht herumgesprochen hatte, dass das Grundstück nach längerem Leerstand verkauft war, nahm ich auf Anraten der Freunde immer einen Hund dorthin mit, um die eigenartige Gestalten zu vertreiben, die dort noch erschienen.

Jedenfalls hatte ich einmal Berlinn bei mir und es rüttelte an der Gartenpforte und klingelte wie wild. Da ich niemand erwartete, ging ich aus der Veranda, schickte Berlinn vor und sagte ihr: Berlinn, geh mal gucken! Sie grinste (ich schwöre es), drehte sich um und wuffte nur einmal in einer noch tieferen Tonlage als gewöhnlich. Der Mensch am Zaun hatte sich empfohlen, bis ich an der Tür stand und Berlinn stand breit lachend und wedelnd vor mir!

So wird mir dieser souveräne Hund immer im Gedächtnis bleiben. Eine Blondine, die mich liebte und die sich über mich so freute, dass sie selbst an ihrem letzten Tag noch aufstand, um mich zu begrüßen!

Immer souverän: Berlinn aus der Grauzone

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